Wer sind Gastgeber*innen

Freiwillige mit beruflichem Hintergrund in Coaching, Therapie, Gesprächsführung, Mediation und Seelsorge. Sie übernehmen die Organisation von video- oder telefonbasierten Treffen auf der Plattform und gestalten den Gesprächsablauf. Gemäß ihres beruflichen Hintergrundes halten sie sich an die berufsethischen Richtlinien (bspw. die der Deutschen Gesellschaft für Psychologen und Psychologinnen https://www.dgps.de/index.php?=85 ) oder dem Europäischen Verhaltenskodex für Mediatoren. Zudem verhalten sie sich gemäß unseres gemeinsamen Verständnisses

 

Personenzentrierte Haltung

Unsere Gastgeber*innen legen eine personenzentrierte Haltung an den Tag. Sie geben allen Regungen und Themen Raum, die von den Teilnehmenden eingebracht werden, solange dadurch nicht die Wertschätzung gegenüber den anderen Teilnehmenden oder den Gastgeber*innen selbst verletzt wird (Akzeptanz). Sie versuchen, sich sensibel in die Gefühle der Teilnehmenden hineinzuversetzen und ermutigen diese, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen und behalten zugleich eine angemessene professionelle Distanz (Empathie). Die Gastgeber*innen agieren authentisch und bringen sich mit eigenen Regungen und Themen ein, solange das ihre Rolle als Gastgeber*in nicht stark beeinträchtigt. Dazu gehört auch das Setzen von Grenzen bei unangemessenem Verhalten von Teilnehmenden (Kongruenz).

 

Weltanschauliche Neutralität

Wir heißen bei unsere Gastgeber*innen eine Vielfalt von Ansätzen, Schulen und Überzeugungen willkommen und sind uns dessen bewusst, dass diese sich darauf auswirken, wie sie ihre Rolle ausfüllen. Zugleich dürfen diese unterschiedlichen Überzeugungen nicht im Zentrum der Tätigkeit als Gastgeber*in stehen. Die Rolle setzt voraus, dass wir unsere Werte und Grundannahmen zwar offenlegen, aber den Teilnehmenden nicht aufdrängen, um so einen Raum zu ermöglichen, in dem alle Menschen sich angenommen fühlen können. 

 

Moderierende Rolle

Gastgeber*innen sind keine “Problemlöser*innen”. Weder die Teilnehmenden noch sie selbst dürfen an sie den Anspruch haben, Lösungen für die aufgebrachten Probleme finden zu müssen. Gastgeber*innen eröffnen und halten einen Raum, in dem die Menschen ausdrücken können, was sie bewegt. Die Gastgeber*innen achten darauf, dass weder sie selbst noch andere Teilnehmende auf Äußerungen zu schnell mit Lösungsstrategien reagieren (Vorschläge sind auch Schläge). Feedback erfolgt nur auf Nachfrage und idealerweise in Form von Assoziationen und Denkanstößen. Auf Nachfrage der Teilnehmenden machen sie im geeigneten Rahmen Unterstützungsangebote oder leiten die Anfragen weiter.

 

Prozessverantwortlichkeit

Die Gastgeber*innen sind nicht für Ergebnisse, sondern für den Prozess verantwortlich. Sie achten auf die Einhaltung eines  groben Ablaufs (kurzer Check-In, geregelte Redeordnung, und Abschlussrunde) sowie des zeitlichen Rahmens und nicht zuletzt der Umgangsregeln auch unter den Teilnehmenden. Dabei ist das aktuelle Geschehen und Erleben der Teilnehmenden genauso wichtig wie der Regelrahmen (Prozessorientierung). Die Gastgeber*innen stellen der Gruppe die Hinweise zum gegenseitigen Umgang vor, lassen sich bestätigen, dass alle damit einverstanden sind und verweisen bei Bedarf darauf.

 

Grenzen der Rolle

Die Gastgeber*innen verpflichten sich darauf, die Grenzen gut im Auge zu behalten. Wenn eine Situation ihre Kompetenzen, ihre Bewältigungsressourcen im Augenblick überschreiten oder es zu einem Rollenkonflikt kommt, holen sie sich Hilfe bei den Professionals. Wenn es nach Einschätzung der Gastgeber*innen zu krisenhaften Situationen bei den Teilnehmenden kommt, machen die Gastgeber*innen Angebote im Rahmen ihrer Möglichkeiten oder weisen auf geeignete Hilfsangebote Dritter hin. Die Annahme solcher Angebote liegt jedoch ausschließlich in der Verantwortung der Betroffenen, solange keine explizite Fremd- oder Selbstgefährdungslage vorliegt.

 

Vertraulichkeit / Schweigepflicht

Die Gastgeber*innen behandeln alle Themen, die in den Gesprächen aufkommen vertraulich und geben insbesondere ohne klare Einwilligung der Teilnehmenden keine Daten oder persönlichen Problemlagen an Dritte weiter, es sei denn, hierzu besteht eine gesetzliche Verpflichtung. Im Rahmen professioneller Supervision können Fälle in anonymisierter Form besprochen werden.

 

Supervision

Die Gastgeber*innen verpflichten sich, regelmäßig Supervisionsangebote wahrzunehmen oder die Inhalte aus den Gesprächen in bereits bestehende Supervisionen oder kollegiale Beratungsformen mit einzubringen.